Baden-Badener Sommerdialoge, „Zukunft statt Ohnmacht!“, 3. August 2023, 19.30 Uhr, Kulturhaus LA 8, Kristallsaal, Baden-Baden.
Urbanes Grün scheint neben Wasser, Trinkwasserbrunnen und der Einrichtung von Kälteräumen das zentrale Element zu sein, mit dem Klimaresilienz in der Stadt umgesetzt werden kann. Gerade in Altstädten provoziert das urbane Grün jedoch einen zentralen Zielkonflikt: Klimaresilienz steht gegen die Absichten des Denkmalschutzes. Vielleicht wäre es deswegen sinnvoll, den Denkmalschutz neu zu denken. Es müsste ein Denkmalschutz sein, der eine Ethik des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung beinhaltet. Denkmalschutz legt gewöhnlich seinen Schwerpunkt auf das Objekthafte, auf das Kulturerbe-Objekt. Er ließe sich allerdings auch definieren als ein Schutz von Wahrnehmungsgewohnheiten, die auf dingliche Objekte referieren. Es ließe sich fragen, wie wichtig unsere Wahrnehmungsgewohnheiten sind, ob es wichtiger wäre sie zu erhalten oder, ob wir uns damit beschäftigen müssen, auch zukünftig das Kulturerbe erlebbar und besuchbar zu halten, indem es in klimaresiliente Stadtplanung einbezogen und neu interpretiert wird.
Der Vortrag am 3. August 2023 beschäftigt sich mit der idealen klimaresilienten und weitgehende CO2-neutralen Stadt und vergleicht dieses Idealbild mit dem Ist-Zustand von Baden-Baden. Daraus lassen sich Entwicklungsmöglichkeiten zwischen Klimaschutz und Klimaresilienz sowie Denkmalschutz und Kulturerbe ableiten.