Authentizität | historische Authentizität


Dem Forschungsbereich ‚Historische Authentizität’ steuern die Arbeiten von Stefan Lindl ein Kategoriensystem von Authentisierungskonzepten bei, das sich mitunter an Architektur anwenden lässt, um die Fragen zu klären: Besitzt eine bestimmte Architektur (beispielsweise eine Rekonstruktion) historische Authentizität? Und: Über welche Art oder welche Arten historischer Authentizität verfügt sie? Historische Authentizität und historischer Wert sind zwingend miteinander verknüpft. Historischer Wert entsteht durch Authentizität und historische Authentizität kann nur über den historischen Wert analysiert werden. Es wird von vier verschiedenen historischen Authentizitäten ausgegangen. Sie sind Zuschreibungsformen, die auf ebenso viele Arten des Historischen in der Architektur zielen. Das Historische kann eine Idee, Materie, Ästhetik oder eine diskursive Formation im Zusammenspiel mit einem materiellen Signifikanten sein. Diese Formen des Historischen in der Architektur sind potentielle Träger historischen Werts. Sobald ihnen historischer Wert zugeschrieben wird, erfolgt parallel ihre Authentisierung, deren jeweilige Qualität sich mittels der Kategorien des hier vorgestellten Systems beschreiben lässt. Die vier vorgestellten Authentisierungskonzepte des Kategoriensystems werden idealistisches, essentialistisches, ästhetisches und performatorisches genannt.

Dieses Konzept zur Analyse von historischer Authentizität lässt sich auf viele Bereiche anwenden, in denen mit historischen Ideen, Formen und Formationen gestaltet wird. Das kann in der Literatur sein, allgemein in Medien als Bild und Text, aber auch in der Naturkonstruktion und im Naturdesign des heutigen Umweltschutzes. Ganz zu schweigen von Museumstheorie und -praktik.


Zur Vertiefung der Ansichten zur historischen Authentizität

Kategorien historischer Authentizität in Architektur und Dekmalschutz