Der gegenwärtige Konservatismus und Förderung klimaschädlicher Technologien wird sich als alles andere als zukunftsdienlich erweisen. Es herrscht in den regierenden Teilen der Union, nicht getragen von allen Mitgliedern der Parteien, eine Kultur des Fossilen, die sich zwar noch tendenziell bereit erklärt an gesetzlich festgelegten Klimazielen festzuhalten, jedoch offensichtlich davon Abstand nehmen möchte, soweit das mit neu erlassenen Gesetzen geht. Mit dem Argument der Offenheit werden althergebrachte Konzepte legitimiert und weiter gefördert, deren Zukunftsuntauglichkeit längst nicht mehr in Frage steht.
Letztlich wird dieser Konservativismus der fossilen Kultur auf lange Sicht keinen Bestand haben. Aber die Weichenstellungen, die gerade erfolgen, sind alles andere als glücklich, sie dienen nicht dem Klimaschutz, sie dienen nicht der teuren Klimaanpassung, sie dienen nicht dem Wohl der Menschen, aber sie dienen zumindest vermeintlich dem Gewinn von Mehrheiten. Das ist zunehmend eine gravierend schlechte Entwicklung. Es wäre schön, eine fähige, nachhaltige, bestandsorientierte Politik zu betreiben, die jenen Bestand schützt und weiterentwickelt, der schützenswert ist, hingegen den Bestand beseitigt, der sich längst als gefährlich für die Zukunft erweist. Nachhaltiger Konservativismus wäre ein sinnvoller Gedanke, Schutz des Schützenswerten, sozialverträglich hingegen die Beseitigung von Dingen, die nicht mehr der Zeit dienlich sind.
Seit Jahren beschäftige ich mich mit diesem zukunftsorientierten Konservativismus, den weitgehend die momentane dominierende politische Kultur des Konservativen ausgeschlossen hat.
In meinem Denken kulminiert diese Kultur im Leitbild der „Authentischen Stadt“. Das Leitbild steht für die Entwicklung von architektonischem Kulturerbe, aber auch für das Gute Leben, das ich mit dem Konzept der ästhetischen Potentialität begründe. In und an Architekturen, in denen eine Vielzahl von Erzählungen vermutet werden, ist Wohlbefinden und gutes Leben möglich. An jenen Orten ubiquitärerer Architektur, in denen keine Erzählungen vermutet werden, ist auch kein Wohlbefinden möglich. In einem nun als open access verfügbaren Aufsatz gehe ich darauf ein: