Rückblick: 9 Jahre regionale Umwelt- und Klimaforschung

Seit 2011 entschlossen sich das Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) der Universität Augsburg und der Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte eine „Flussbiographie“ zu verfassen, eine Umweltgeschichte des Tiroler und Bayerischen Lechs. Eine Ringvorlesung sollte den Anfang machen, eine Publikation darauf folgen. Vom gebirgsbürtigen Wildfluss über die zunehmende anthropogene Überformung bis hin zur Transformation des Flusses in eine Seenkette auf bayerischer Seite begleiteten wir den Fluss durch 1000 Jahre. Mein Beitrag galt dem Tiroler Lech, der als der letzte Wildfluss der Nordalpen gilt. Bei genauerer Betrachtung allerdings blieb nicht sehr viel davon übrig, denn selbst das scheinbar offensichtlich „Wilde“ verpassten ihm die Menschen mit ihrem unkontrollierten Holzeinschlag bis ins 19. Jahrhundert. Danach wurde auch der wilde Tiroler Lech verbaut und er wäre dem bayerischen Lech noch ähnlicher geworden, wäre der Erste Weltkrieg nicht dazwischen gekommen. 2014 erschien die dazu gehörige Publikation: „Der gezähmte Lech„.

Seitdem blieb ich mit dem klimasensiblen Alpenraum verbunden. Historische Gletscherforschung in Frankreich, Schweiz, Österreich und Italien wurde innerhalb mehrerer Exkursionen, Seminaren und einer Vorlesung behandelt. Über die Gletscherforschung entdeckte ich eher durch Zufall die historische CO2-Forschung, die sich direkt aus der Gletscherforschung des 19. Jahrhunderts ableitete. „Klima und Konsum. Gesellschaftliche Konstitution des anthropogen verursachten Klimawandels von 1600 bis Arrhenius“ ist der Ertrag davon, der den Wiener Ernst Lecher für seine bahnbrechende CO2-Forschung 1881 würdigt. In einem weiteren Beitrag widmete ich mich der historischen Gletscherforschung in Österreich durch den Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein anlässlich des 150. Geburtstags des Deutschen Alpenvereins.

Nun geht es von den Alpen in die Städte. Neue Urbanistik im Zeichen des Klimawandels zwischen Klimaschutz und Denkmalkult unter dem Zeichen der Historischen Authentizität wird nun die ästhetische Dimension des Klimawandels im urbanen Raum der Forschungsschwerpunkt.

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