Koalition des Niedergangs: CO2 und SPD

Olaf Scholz wird niemals Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. Der Grund liegt auf der Hand: Die CO2-Konzentration in der Stratosphäre ist schlichtweg zu hoch.

Olaf Scholz wird SPD-Kanzlerkandidat. Glückwunsch! Nun könnte der politische Reigen beginnen, hätte er einen Widerpart. Aber der fehlt bislang. Auch mit einem Gegenspieler dürfte klar sein: Kanzler wird Scholz niemals werden, obgleich er sehr sympathisch wirkt und offenbar als Politiker Kompetenzen und Führungsstärke vorweisen kann. Und doch: Seine Nominierung ist so ehrenvoll wie aussichtslos. Das liegt nicht an ihm, sondern an der CO2-Konzentration in der Stratosphäre. Je mehr CO2-Ausstoß, desto schlechter die Ergebnisse der ältesten deutschen Partei. Diese These des Niedergangs der SPD scheint nur auf den ersten Blick etwas weiter aus den peripheren Regionen intellektuell-politischen Spieltriebs hergeholt zu sein. Nun, es handelt sich auch nicht um eine evidente kausale Verknüpfung von COund SPD, so doch um zwei Phänomene, bewirkt durch die konsequente und massenhafte Nutzung von fossilen Energieträgern. Beim CO2 zeigt sich das ganz offensichtlich: Ohne die massive Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen wäre der CO2-Gehalt in der Atmosphäre nicht gegeben. Die Aussage, ohne die Verbrennung fossiler Ressourcen gäbe es die SPD nicht, fordert dagegen ein wenig mehr erklärende Details. 

c: Olaf Kosinsky / kosinsky.eu

SPD – die Rauchgeborene

Ein Blick ins 19. Jahrhundert legt offen, wie sehr moderne Staatlichkeit, Demokratie, Ende der vorherrschenden Agrarwirtschaft und Beginn der Industrialisierung zusammenhängen. Sie alle drehen sich Planetengleich um die Sonne der exothermen Freisetzung von fossil gespeicherter Energie. Verbrennung, Rauchschwaden, Schlote agierten als Zeugen des Fortschritts. Was auch immer dampfte, rauchte und stank, es war gut. Die Bauernbefreiung ohne Verbrennung? – Unvorstellbar. Der Finanzbedarf moderner Staaten ohne fossile Brennstoffe? – Nicht zu decken! Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Partizipation – nicht ohne Industrialisierung und Industrialisierung nicht ohne CO2-Emissionen. Die alten grundherrschaftlichen / gutsherrschaftlichen Bindungen zerbrachen 1848 zu einer Zeit, in der etwas Neues erschien und möglich geworden war: die Arbeiterschaft. Sie, die Rauchgeborene, verängstigt beäugt von Adel und Bürgertum, schlug plötzlich in den Städten als anthropogenes Phänomen exothermer Reaktionen auf. Ihre Rechte, ihre Pflichten befanden sich in einem Bereich urbaner Wildheit, hatten sich noch nicht konstituiert. Die Arbeiterschaft, Untertanin der Maschinen, Maschinistin der aufstrebenden Wirtschaftsmächte, rußgeschwärzt eifrig Kohlen in die Brennkammern der Moderne schaufelnd, als Arbeitskraft ausgebeutet und nicht mit partizipativen Möglichkeiten und Rechten innerhalb der Gesellschaft ausgestattet, war angewiesen auf eine politische Vertretung. Um die Arbeiterschaft als Vollenderin Prometheus‘ Diebestat zu verstehen, als die Grundlage des Wohlstands der modernen Zivilisationen, dafür bedurfte es der SPD und ihrer Vorgängerinnen. Wie keine andere Partei verwob sie auf maschinellen Webstühlen in den Shedhallen der Textilindustrie die verschiedenen Fäden des 19. Jahrhunderts zum roten Tuch, das als Schal noch heute die Hälse vieler Genossinnen und Genossen ziert, ein Tuch aus den mechanischen Webstühlen, angetrieben durch exotherme Reaktion mit der kollateralen Wirkung der Erderwärmung.

Symbol der Emissionsgesellschaft

Es gibt viele Gründe für den Niedergang der SPD. Aber die Koalition von Politik und Verbrennung, von Fossilem und Sozialem, die Offensichtlichkeit des jahrzehntelangen Nutzens der CO2-Emissionen kulminieren in der SPD. Sie tat und tut sich immer noch so ungemein schwer mit dem Klimaschutz und das nicht von ungefähr, sondern weil sie die Partei darstellt, die der Emissionsgesellschaft all ihre Rechte und Pflichten ordnete. Sie war Heilsbringerin und ebenso segensreich, wie die Nutzung der fossilen Energieträger den Wohlstand brachte, von dem wir zehren.

Die Parteigängerin des Verbrennens ist heute selbst verbrannt und steht letztlich auf der falschen Seite, die politisch richtige wäre, der Klimaschutz – aber wie will sie dort hin, wenn doch die Geschichte sie hält? Olaf Scholz wird genau diese Aufgabe gemeistert haben, wenn er einst doch Kanzler geworden sein wird.

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