Kürzlich erschienen: Die authentische Stadt

Kürzlich erschienen als ebook: Die authentische Stadt. Urbane Resilienz und Denkmalkult, Wien 2020. (Print-Version im Oktober 2020)

Das Verbot der EU von Einweggeschirr und Trinkhalmen aus Kunststoff ab 2021 markiert ein gewaltiges Problem der Konsumgesellschaft: Noch immer ist die Kreislaufwirtschaft zu wenig ausgeprägt. Ressourcen werden aufgebraucht, aber nicht rückgeführt, CO2 wird freigesetzt, aber nicht wieder gebunden. Für einen effektiven Klimaschutz ließen sich an mannigfaltigen Stellschrauben drehen. Nicht nur durch ein Verbot von Einweggeschirr, sondern auch in der Bauwirtschaft. Bislang wird dort wirtschaftlich kostenbezogen gedacht: Sobald sich ein Gebäude amortisiert hat, kann es abgerissen werden, weil die Sanierungs- und Unterhaltskosten zu hoch, der Baustandard zu alt ist. Das wäre in der Tat auch kein Problem, wenn der Cradle-to-Cradle-Grundsatz eingehalten werden würde, das heißt, wenn der Baubestand in CO2-neutral in Kreislaufprozesse eingebunden werden könnte. Das funktioniert bedauerlicherweise bislang nicht. Beton, aber auch Ziegel verbrauchen in der Herstellung Unmengen an Energie und setzen Unmengen an C02 frei. Werden sie, wie momentan noch üblich, abgerissen und verkippt, entstehen gewaltige energetische Dissonanzen. Eine andere Möglichkeit läge darin, den Baubestand zu nutzen und weiterzuentwickeln, auch wenn er sich amortisiert hat. 

An dieser Stelle setzt das Leitbild „Authentische Stadt“ an. Baubestand wird darin als Kulturerbe verstanden, an dem Vergangenheit sichtbar gemacht werden kann. Eine Stadt besteht nicht nur aus Materie, sondern in weit höherem Maße aus sozialer Konstruktion, also Wissen über die Materie. Sie zu entwickeln ist die Absicht des Leitbilds „Authentische Stadt“. In der gleichnamigen Publikation werden die (semiotische) Beziehungen von Materie und sozialer Konstruktion untersucht. Der Begriff des Originals, der für das 20. Jahrhundert so wichtig war, wird dekonstruiert und der neutrale Begriff des Authentischen dagegengesetzt. Authentizität entsteht aus einer Reihe von historischen Werten, die in der Publikation aus vielen Beispielen hergeleitet werden. Auch eine Anleitung zur Anwendung des Leitbilds Authentische Stadt“ findet sich darin. Sie spricht sich für den Erhalt von Bausubstanz aus, aber auch für deren ökonomische und ökologische Weiterentwicklung, nicht für deren Musealisierung. 

Wenn Baubestand erhalten bleiben und weiterentwickelt werden soll, dann bedarf es einer Methode ihn nach Authentizitätsprinzipien zu analysieren. Genau dafür ist „Die authentische Stadt. Urbane Resilienz und Denkmalkult“ geschrieben worden. Gefördert wurde das Buchprojekt von der Stadt Wien.

– Für eine andere Baukultur, die das Klima genauso wie kulturelles Erbe schützt. 

Erhältlich im Buchhandel und sofort für den download bereit.

Rezensionsanfragen: presse@passagen.at

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