Allianz im Treibhaus: Ende des C02-Investments?

 

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Eine bemerkenswerte Pressemitteilung veröffentlichte die Allianz Gruppe am 04. Mai 2018. Sie trete der Science Based Target Initiative bei. Dies habe zur Folge, dass die Allianz nun auf weitere Einzelversicherungen mit Kohlekraftwerken oder Kohleminen im Bau oder im Bestand mit sofortiger Wirkung verzichte. Diese Meldung scheint auf den ersten Blick eine lang ersehnte zu sein. Ein großes Fragezeichen bleibt jedoch. So wird Verzicht geübt, aber nur im vom Unternehmen gesetzten Normalfall, nicht im wahrscheinlich überwiegend zutreffenden Regelfall:

„In der Schaden- und Unfallversicherung verzichtet die Allianz mit sofortiger Wirkung auf die Einzelversicherung von Kohlekraftwerken und -minen im Bau oder Bestand.“

Die auffällige Relativierung erfolgt im darauf folgenden Satz:

„Unternehmen, die Strom aus mehreren Quellen erzeugen, wie Kohle, andere fossile Brennstoffe oder erneuerbare Energien, werden zunächst weiter versichert und individuell auf Basis definierter Nachhaltigkeits-Kriterien (ESG) geprüft.“

Was das nun de facto bedeuten soll, bleibt in der Pressemitteilung unklar, denn welche großen Energieanbieter erzeugen Strom nicht aus mehreren Quellen? Gerade auch die Formulierung „andere fossile Brennstoffe“ dürfte aufhorchen lassen. Sind sie nicht für die C02-Emission mitverantwortlich? Es sicherlich sinnvoll langfristig auf Kohle zu verzichten. Ein wichtiger Schritt. Der Diskurs wird angereichert, die Ausrichtung und die Signalwirkung sind sicherlich positiv im Jahre 3 nach dem Pariser Klimaabkommen.

Zu hoffen bleibt, dass sich die Haltung gegenüber der Kohle auch auf die anderen fossilen Energieträger ausweitet. Das Problem ist jedoch das Jahr 2040. Berücksichtigt man das Standardszenario von The Limits to Growth wird das Jahr 2040 viel zu spät sein, um positive Auswirkungen auf den Klimawandel zu generieren. Das alles hätte von dieser Argumentationsbasis aus gesehen, wesentlich früher passieren müssen. Doch dagegen stand in der Bundesrepublik nicht nur die SPD, die Sorge trug, ihre Wähler zu verlieren. Aber auch das hat letztlich nichts gebracht.

Zur Pressemitteilung der Allianz Gruppe

 

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