Gletscherschwund im 19. Jahrhundert

Seit 1855 schmolzen die Alpengletscher dahin. Sie verloren außergewöhnlich schnell an Masse. Der Grund lag in einem Klimawandel, der das 19. Jahrhundert aus einer Kälteperiode herausführte, die um das Jahr 1818 eingesetzt hatte. In den 1820er Jahren wuchsen die Gletscher im gesamten Alpenraum unverhältnismäßig. Das Jahr ohne Sommer, 1816, bildete den Auftakt einer jahrzehntelangen Kaltzeit, die auf Aerosole in der Atmosphäre der Nordhalbkugel beruhte. Das Tambora-Ereignis von 1815 war dafür verantwortlich. Um so erstaunlicher war der plötzliche Umschwung 1855, der sich vor allem in den 1860er Jahren bemerkbar machte. Die Berichte über diesen Schwund der großen Gletscher, tragen oft einen besorgten Unterton.

Dieser Schwund des 19. Jahrhunderts ist bis heute nicht gestoppt. Als die Aerosolbelastung durch das Tambora-Ereignis in den 1850er Jahren nachließ, begann das große Schmelzen. Verstärkt wurde es im 20. Jahrhundert durch atmosphärisches Kohlenstoffdioxid.

Erstaunlich in der Wahrnehmung sind die Berichte des 19. Jahrhunderts. Wir lesen sie mit den heutigen frames und wähnen Identität. Und doch zielten sie auf ein völlig anderes Phänomen.

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